Wie ich mir als Atheist das Phenomen Gott erkläre

Dieses Thema im Forum "Philosophie Forum" wurde erstellt von Matrus, 28.11.2005.

  1. Matrus

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    (knappe Zusammenfassung am Schluss, für die , die keine genaueren Zwischenschritte brauchen)
    (Der Titel soll euch nicht abschrecken, ich bin Atheist, weil ich für das Über-/Leben Glauben als total irrelevant gegenüber Wissen erachte.)

    Was haltet ihr von dieser Vorstellung:

    Der unterbewusste Gott


    Gedanken werden in worte übersetzt, um sie mitteilungsfähig zu machen, der interaktion mit gedanken anderer wegen.
    Dies ist jedoch eine methode des gedankenaustausches, die mit großen verlusten des gedankengutes verbunden ist.
    Eine effizientere methode des gedankenaustausches, die mit weniger verlust verbunden ist, wäre die akkustische variante (konversation), die nicht nur die wörter, sondern durch die art der aussprache und betonung, mehr von dem gedanken vermitteln kann als die reine schrift.
    Eine noch effizientere form wäre die optische komponente, die durch gestik noch etwas mehr des gedankens zu vermitteln fähig ist.

    Dennoch beschränkt sich ein solcher gedankenaustausch, der sich durch das werkzeug unserer wichtigsten sinne vollzieht, auf wörter, die wegen der schlichtheit einer jeden sprache nur annäherungsweise einen komplexeren gedanken übermitteln können.

    Wenn man die möglichkeit in betracht zieht, dass ein gedankenaustausch ohne sprache, sondern nur durch bestimmte akkustische oder optische signale möglich wäre, so wäre diese akkurater, da sie eine viel größere variation an „mitteilungseinheiten“ hätte, als es wörter gibt.

    Würde man nun weitergehen, und die mitteilungswerkzeuge in noch effektivere form bringen, die es möglich macht durch eine erweiterung der wahrnehmung und der wiedergab von gedanken durch z. b. elektrostatische schwankungen zwischen individuen gedanken auszutauschen, so würde man schon eine art telepatie als kommunikationswerkzeug besitzen.
    Zwei individuen würden somit bei ausreichender kommunikationsdauer gedanklich miteinander verschmelzen (wie ein multiprozessorsystem), worduch die beiden individuen zu einem individuum mit doppelter denkleistung vereint wären.

    Telepathie würde jedoch bedeuten, dass bei einer weiterentwicklung die stärke/reichweite der gedankenübertragung vergrößert werden könnte, wodurch ein zustand entstehen könnte, bei dem alle individuen eines planeten zu einem einzigen individuum verschmelzen, mit einer milliardenfachen denkleistung, das alle erfahrungen und jedes wissen und jede erkenntnis die jedes einzelne glied macht sammelt, wobei dies auch in jedem einzelnen glied vorhanden ist (da jeder mit jedem verbunden ist).


    Würde man nun weitergehen und sich vorstellen, dass die telepathie noch größere reichweite entwickelt (bis ins unendliche), so könnten alle denkenden lebewesen der gesammten galaxie, ganzer galaxienhaufen und schließlich des gesammten universums zu einem einzigen individuum verschmelzen, das auch wiederum in jedem einzelnen glied vollkommen vorhanden wäre.

    Da jedoch die gehirnkapazität eines jeden gliedes nicht reichen könnte, um diese quantität an wissen (weissheit) stets im vollen bewusstsein zu verkraften, sähe die ganze sache wohl eher so aus, dass jeder unterbewusst (komprimiert) das gesammte wissen in sich beinhaltet und es somit eine art unterbewusstes gesammtindividuum gibt, wobei jedes glied nichts davon merkt und lediglich seinen eigenen handlungen nachgeht jedoch hierbei dem gesammtindividuum zu mehr information/wissen verhilft.

    Wenn nun hierbei menschliche gedanken als nichts weiteres als ein komplexer strom von teilchen, mit und ohne wellencharakter, in einer von der zeit abhängigen struktur klassifiziert werden mag, dann ist die qualität der gedanken, abhängig von dieser komplexität der ordnung, nahezu stufenlos höher und niedriger präsent. Tiere würde dann z. b. eine geringere qualität an gedanken haben als menschen, und niedere tiere eben eine noch niedere. Schließlich könnte man so weit gehen und sagen, dass auch in einzellern und sogar in anorganischen stoffen ströme von teilchen vorhanden sind, die dann eben eine sehr geringe komplexität und zeitliche ordnung haben. (es würde somit sogar unter leblosen stoffen zuordnungsmöglichkeiten von geordneter und ungeordneter (intelligenter und unintelligenter) geben.


    Als schlussfolgerung ist alles, was existiert, in diesem individuum inbegriffen und kann daher auch durch dieses individuum beeinflusst werden (wegen dem knowhow), dank des lebens, dass die telepathie möglich macht. (darum ist wohl leben überhaupt möglich und darum gibt es wohl auch leben als wichtiges glied des enthropiewachstums.)


    Als zusatz ist dann wohl noch auffällig, dass der abstrakte, allwissende und allmächtige gott, der in monotheistischen religionen durch rückbesinnung ans unterbewusstsein vorkommt, eben dieses gesammtindividuum darstellt.
    Es gibt ja immerhin so was, was wir intuition oder sogar göttliche eingebung nennen. Vielleicht ist auch gerade diese ein kurzes und beschränktes erinnern an das wissen des gesammtindiviuums.



    Zusammenfassung:
    Voraussetzung: Das universell Grundlegenste ist der Ursachen - Wirkungs - Zusammenhang.
    Alles hat eine Ordnung und Richtung, die dessen Eigenschaften bestimmen. -- Gedanken sind rein Physikalische Abläufe und haben keine transzendentale Komponente.
    Weiterführung: Unsere Gedanken sind auch Auswirkungen, deren Ursachen in allem anderen Existenten zu finden ist (je näher die Ursache, umso stärker ihr Einfluss).
    Unsere Eigenschaft zu denken, liegt an der Struktur/Organisatoin/Ordnung unseres Gehirns.
    Die Ordnung des Gehirns eines Tieres hat geringere Qualität als die des menschlichen Gehirns und die Ordnung von Objekten eine noch geringere Qualität als die von Tieren.
    Schlussfolgerung: Alles hat abstrakt gesehen eine Intelligenz.
    Weil Alles, alles Andere beeinflusst, ist die Intelligenz von Allem miteinander verbunden.
    Daher gibt es eine Art Thelepathie/Gedankenaustausch/Informationsaustausch zwischen Allem, also ein allgemeines Bewusstsein.
    Ein Bewusstsein dieser Größe wäre allwissend und somit im traditionellen Sinne Gottgleich.
    Die Frage wäre eigentlich gar nicht zu stellen, ob dieses Bewusstsein aktiv oder passiv wäre. Denn, ist es nur von jedem einsehbar (Beim Menschen wohl Intuition), wäre es zwar direkt passiv, würde aber indirekt eine Veränderung des Verhaltens / der Eigenschaft von Allem beeinflussen, also aktiv sein.


    P.S.: Ja, ich weiss, dass ich alle Substantive klein geschrieben habe, so geht das Schreiben schneller (weniger shift-Taste drücken).
     
  2. Dr.T

    Dr.T Guest

    Ich bin fasziniert von deinen Überlegungen allerdings kann ich mich nich 100% damit identifiezieren. Wenn ich erlich bin gingen meine Gedankengänge auch in solch eine Richtung.
    Allerdings gibt es bei mir einen entscheidenen Unterschied.
    Ich bin kein Atheist :D
    Will heißen : Das ich an Gott, Jesu und den Heiligen Geist in deren 3 einigkeit Glaube und das die Bibel und das Glaubensleben für mich ziemlich wichtig geworden sind.
    Allerdings verschließt sich mein Geist und meine Seele nicht den Philosophischen Inhalten unseres Daseins.

    Im Klartext Kritik an meinem eigenen Glauben und vorallem Selbstreflektion
    sind bei mir mehr als ausreichend vorhanden.

    Worauf ich hinaus will ist eigentlich das du das alles vielleicht mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten solltest.
    Dieses Allwissende was du als Gott bezeichnest und die gesammte Intelligenz von allem beinhaltet, exestiert vielleicht doch als einzelnes übernatürliches Wesen und hat Kontrolle über die gesammte Schöpfung. Allerdings gibt es nur auf eine Art und weise eine "Telepartie" wie du sie beschreibst.

    Gedanken sind ein Fluss der nie endet.
    Manchmal führt er viel Wasser mit sich
    und manchmal wenig.
    Gewiss wird er eines Tages austrocknen.
    Danach kommt jedoch ein Regen der "1000 Jahre" nich enden wird.
    Und er wird über die Ufer treten und sich mit all seinen Nebenflüssen und Bächen verbinden und zu dem Großen und Ganzen werden.

    Das ist der zeitpunkt an dem Gott die Menschen, oder eher gesagt die Seelen die in eine Form in dieser Schöpfung gegossen sind zu sich hohlt und sie an seiner Allwissenheit und seiner Liebe teilhaben lässt.
    Gott kennt jeden Gedanken der deinen Geist durchdringt.
    Und tuht somit auch einfluss darauf nehmen. In welchem Maße lässt sich jedoch nicht wirklich sagen.
    Gewiss ist allerdings das der Mensch ein eigenständiges Denken behält und nicht jeder Gedanke aus Gott entsteht.
    Das besagt uns das Wissen über den freien Willen den Gott uns schenkte. Damit wir selbst entscheiden sollten ob wir ihn Lieben oder nicht.


    Fazit:
    Man kann nicht beweisen das es Gott gibt.
    Man kann aber auch nicht beweisen das es ihn nicht gibt !

    Wenn Leute sich fragen wie Gott etwas schlimmes wie z.b den Tod eines Familienmitgliedes zulassen konnte muss mann sich zuerst die Frage stellen ob der Tod wirklich eine Strafe für den betroffenen ist ! Es ist eher eine weitere Probe für den Menschen.
    Und abgesehen von Naturkatastrophen bei denen man ja auch von "Höherer Gewalt spricht... (Obwohl die Mensch von gemachte Klimaerwärmung ja maßgäblich dazu beiträgt) ist das Böse auf der Welt nich von Gott gemacht sondern nur ein Mangel am Guten was wieder auf den Freien Willen zurückzuführen ist.

    Alle Menschen die sich im Glauben entwickeln und Energe hineinstecken merken das sie von Gott geliebt werden und das er ihnen hilft -> Gebetserhörungen, Wunder, Glaubenserlebnisse.
    Alle diese dinge sind geschenke die dir eine Stütze in deinem Leben sein sollen. Das einziege was er sich von dir wünscht ist ein funken liebe und den glauben von dir.

    Ob du nun in irgendeiner Glaubensrichtung manifestiert bist oder nicht. An Gott glauben kann jeder. Die äußeren Förmlichkeiten sind weniger entscheident.
    Wichtig ist das du dir deiner unsterblichen Seele bewusst wirst.
    Dir klar machst das es einen Gott gibt.
    Das es einen Leben nach dem Tod gibt.
    Und die Leitfäden die dir Gott gibt (z.b Bibel) oder Erlebnisse die dich zum nachdenken bringen dir den richtigen Weg zeigen sollen und die sind nunmahl in der Bibel wunderbar beschrieben. -> Nächstenliebe und Co.


    Also überlegt euch mal alle was richtig und was falsch ist
    Und vorallem nicht was kann euer nächster für euch tuhn sondern was könnt ihr für euren nächsten tuhen.

    Übrigens ich bin anhänger der Neuapostolischen Kirche und ich fühle mich dort einfach nur Wohl obwohl ich zugeben muss das wir auch nicht perfekt sind.
    Denn wir sind auch Menschen. Aber der Weg ist der richtige !

    Allen eine ruhige und erholsame Nacht
    wünscht euch euer Dr.T
     
  3. Matrus

    Matrus Benutzer

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    Der mögliche Gott von dem ich spach, damit war nicht unbedingt der christliche Gott gemeint. In fast allen Religionen gibt es eine gewisse Gemeinsamkeit, nämlich, dass der Gott oder im Polytheismus die Götter entweder allwissend oder zumindest als viel wissend dargestellt werden. Dabei kommt es in jeder dieser Religionen vor, dass vereinzelt Leute meinen, mit Gott gesprochen zu haben oder eine Erleuchtung gehabt zu haben, was für mich nicht mehr ist, als dass auf Grund einer Intuition, die ein kurzer Einblick in das Gesammtwissen ist, eine Entscheidung über zukünftiges Handeln getroffen wird.


    Schon oft gehörtes Argument, dass für mich nicht schlüssig ist:
    Wenn man sein Leben in etwas investiert, dessen Existenz nicht nachweisbar ist, kann man ja an alles glauben, was die Vorstellungskraft hergibt.
    Warum dann nicht daran glauben, dass unsere wahren Götter weiße Mäuse sind. "Per Anhalter durch die Galaxis" (eher das Buch) ist dabei ein guter Gedankenanreger, der besonders unbeweisbare Dinge, von denen wir aber ein festes Bild haben, mit gutem Grund in Frage gestellt werden.


    Warum sollte das wichtig sein?
    Ich brauche keinen Fixpunkt im Universum, um mich sicher zu fühlen, weil ich mich dann glaube orientieren zu können.
    Für mich ist alles ständig in Bewegung und in Veränderung verbunden. Selbst das, was wir Realität nenne, zweifle ich an und erachte daher nicht einmal die Naturgesetze als unumstößlich. Darum glaube ich nicht mal an die. Ich weiß ledigleich, dass Wissen über sie einem nicht nur erlaubt zu überleben und zu helfen, sonder auch die wildesten Träume und Wünsche zu realisieren.
    Auch ohne dass ich an ein Leben nach dem Tod glaube, habe ich keine Angst davor. Im Gegenteil: Wenn ich unsterblich wäre, würde ich durch meine Existenz höchst unmoralisch sein, weil ich allem übrigen Leben schaden würde. Ich würde Ressourcen konsumieren, die viele Sterblichen gebraucht hätten, um ihr endliches Leben zu führen, wobei sie mehr Entwicklung darstellen und bringen würden, als ich es je könnte. (Dabei muss ich noch sagen: Moral hat für mich das Ziel der Existenzsicherung. Ohne das, kann man auch nichts sonst machen. Nicht mal glauben.


    Da gibt es einen gewissen psychischen Effekt, der auftritt, wenn man nach etwas so intensiv aber dennoch vergeblich sucht, um ein tiefes Bedürfnis zu stillen (nach Liebe z. B.), bei dem man überal meint, Hinweise oder Lösungen zu sehen, wobei tatsächlich nur ein geistiges Filtern der Wahrnehmung stattfindet. Alles, was nicht ins gewünschte Schema passt, wird unbewusst ignoriert.
    Wie willst du beweisen, dass du nicht ein Opfer davon bist? Ich jedenfalls versuche mich vor solch einem Zustand zu bewahren, indem ich, besonders bei unbewiesenen Dingen, jede Möglichkeit als gleich wahrscheinlich erachte.
    Darum sehe ich das Christentum, den Islam, den Hinduismus und auch sonst alle möglichen Religionen als gleichwertig wahrscheinlich an. Solange aber davon keine bewiesen ist, richte ich nicht mein Leben danach. Ich bleibe lieber bei dem, was mir weniger blind und selbstmörderisch erscheint: bei der Realität die ich wahrnehmen kann.
    Würde sich mir Gott jedoch mal zeigen, so dass ich ihn wahrnehmen könnte, würde ich auch seine Existenz akzeptieren, dennoch aber nicht an alles glauben, was er von sich behauptet.
    Er müsste mir schon in seiner Allmächtigkeit genau zeigen was er ist, und dennoch wäre da noch die andere Seite. Warum sollte der Teufel unbedingt schlecht sein, wenn es ihn gäbe?
    Vielleicht gibt es einfach 2 Götter, die sich bekriegt haben, wobei der Gewinner natülich die Geschichte schreibt und sich als gut darstellt und den gefallenen Gegner als schlecht.
    Dabei könnten sie sich ganz ähnlich sein oder es könnte sogar umgekehrt sein.


    Ich fine es jedenfalls nur sehr schädlich für des Menschen Existenz, dass er aufgrund von Strafandrohung und Androhung von Liebesentzug Seinesgleichen hilft oder Seinesgleichen mag oder liebt.
    Das ist nicht sehr beständig und ohne Rationalität auch gar nicht so richtig durchführbar, da du ohne Wissen über die Realität auch nicht weißt, wie du helfen kannst.
    Dennoch wird nirgends gepredigt: Du sollst rational denken!

    Vernunft beinhaltet aber Rationalität und Menschen helfen dann, wenn sie auch alle vernünftig sind, einander weil sie verstehen, dass ihre Wünsche, Neigungen, Träume und ihre Existenz von Nächstenliebe abhängt. Weiterhin identifizieren sie sich dann auch mit allen Ihresgleichen und finden Gefallen an der Stärke von Ihresgleiche, so dass man auch da von einer Art Liebe sprechen kann.


    Merkst du denn nicht den Zusammenhang zwischen Religion und Kultur?
    Wenn deine Religionsvariante die einzig wahre ist, warum gibt es dann nicht auch Leute in anderen Kulturen, die das erkannt haben? Wie willst du deine Religion gegenüber anderen Religionen als richtig erachte, wenn du gar nicht alle Religionen kennst? Vor allem, wenn ein Anhänger einer anderen Religion deine nicht kennt.

    Es ist doch wohl offensichtlich, dass bei der Vielfalt von Religionen, diese nur ein Nebenprodukt von kultureller Entwicklung sind, die für Zeiten bestimmt waren, als wir noch zu wenig über die Realität wussen, um auf logischem Weg zu begreifen, wie man handeln muss um zu koexistieren oder gar Großes zu schaffen.

    P.S.: Soviel ich weiß, ist die sogenannte Dreieinigkeit in der Bibel nirgends erwähnt. Das Wort Katholisch auch nicht. Dennoch hat die Katholische Kirche diesen Begriff in die Religion eingebaut.
     
  4. #4 eingast, 14.12.2005
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    Man kann tatsächlich an (fast) alles glauben, was die Vorstellungskraft hergibt! Welche absurden Realitätsvorstellungen dabei herauskommen können ist erstaunlich, Bücher wie die Anhalter oder Filme wie Matrix sind dafür gute beispiele.
    Nur eins sollte man bedenken:
    ich kann nicht an etwas zu glauben, was nicht wahr sein kann, so kann ich zb nicht daran glauben, dass ich blind bin. Insofern sind wissenschaftliche Beweise (zb Physik) auch nur Beweise dafür, dass das Bewiesene nicht falsch ist. Davon ausgehend, wäre es sehr nützlich, sich erstmal bewusst zu werden, woran man alles glaubt (und das ist verdammt viel...) und dann zu prüfen, ob das überhaupt stimmen kann. Als nächstes wäre es sinnvoll, zu überprüfen, welche Glaubensvorstellungen denn überhaupt nützlich sind (ich kann zwar an das Gravitationsgesetz glauben, aber auf der suche nach dem Sinn des Lebens ist das wohl eher nicht hilfreich)

    nun ja soviel erstmal mehr folgt später
     
  5. Matrus

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    1. Warum überhaupt an Etwas glauben? Wissen und Fantasie reichen doch aus. Gerade der Glaube macht dich ja blind, egal, ob du an den Urknall oder an Gott glaubst. Man erachtet etwas unbewiesenes als Tatsache, wobei man Alternativen für unmöglich hält.

    2. Sicher, dass du genau weißt, was Wahrheit oder Realität ist?
    Wie du es schon erwähntets, ist da Matrix ein gutes Beispiel: Wenn das, was du wahrnimmst gar nicht die Realität ist, bist du doch blind.
    Eigentlich müsste man hier aber sagen, dass man ja doch Realität wahrnehmen würde, jedoch nicht als das, als was man es interprätiert. Man würde dann ein Computerprogramm wahrnehmen, das ja auch Teil der Realität ist.
    Aber selbst wenn wir nicht in einer Matrix sind, hat unsere Wahrnehmung viel ähnlichkeit mit einer solchen.
    Wir wissen ja, dass z. B. das Wellenlängenspektrum, das wir optisch wahrnehmen können, nur ein sehr geringer Teil von allen möglichen Wellenlängen ist. Dies trifft auch auf viele andere Gebiete zu. Also erkennen wir auch nur einen sehr geringen Teil der Realität.
     
  6. #6 eingast, 16.12.2005
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    zu 1.)
    warum glauben?
    Nehmen wir einmal an, ich höre auf irgendetwas zu glauben (unter glauben verstehe ich das annehmen einer Realität 2ter ordnung - also eine interpretation der Realität - ohne sich deren Gewiss zu sein), so hätte ich keine Möglichkeit eine bestimmte Ordnung in das Chaos, was sich mir darbietet zu bringen. Ich könnte garnicht rational denken und handeln, ich wäre also nichtmal lebensfähig (!): wie soll ich mir was zu essen besorgen, wenn ich garnicht wissen kann, ob der Supermarkt/die Dönerbude tatsächlich existiert, oder ob mir jedesmal nur meine Sinne den eindruck vermittelten?
    Glaube macht aber nur dann blind, wenn ich mir nicht dessen bewusst bist, dass das was ich glaube nicht zwangsläufig wahr sein muss. Im Falle der Kirche zb gibt es keine Möglichkeit zu zweifeln, da der Glaube als bereits feststehende (bewiesene) Realität angesehen wird, sodass jeder Zweifel gleichzeitig unchristlich wäre. Ähnlich ist das mit allen großen Religionen (mit Ausnahme des Buddhismus, das ist kein Glaube sondern "ein Weg"), wobei ich darunter sogar die moderne Wissenschaft eingliedern würde (auch sie ist eine Möglichkeit der Realität 2ter Ordnung).

    zu 2.)
    Natürlich weiss ich nicht, was Wahrheit und Realität sind, aber es gibt interpretationen (Realitäten 2ter Ordnung), die nicht auf die Realität 1ter Ordnung passt. Von denen kann ich guten Gewissens behaupten, dass ich weiss, dass sie falsch sind (wobei falsch eigentlich ein zu starker begriff ist, unpraktisch oder unvorteilhaft wäre warscheinlich angebrachter)

    Ansonsten würde ich sogar noch weiter gehen und behaupten, dass wir die wahre Realität (1ter Ordnung - also ohne Interpretation) nur verfälscht wahrnehmen können (zb wird das Bild, dass unsere Augen dem Gehirn liefern erst noch bearbeitet, wobei kannten und flächen hervorgehoben werden, es wird schon bevor es in unseren Köpfen entsteht verfälscht).


    Das scheint auf den ersten Blick vernünftig und richtig, ist aber bei näherem hinsehn nicht möglich. Wie oben erwähnt, ist es nicht möglich, ohne glauben zu leben. Folglich ist also der glauben daran, dass keine der großen Religionen (inkl. Wissenschaft) zutreffen, auch ein Glaube und damit genauso warscheinlich wie jede dieser Religionen. Unter der Bewertung, was am warscheinlichsten wahr ist, lässt sich also keine Realität 2ter Ordnung bestimmen. Der Grund für den Glauben daran, dass keine Religion zutrifft, muss also irgendwo anders liegen. Wo liegt er also?
    Genau an dieser Stelle setzt auch die Empfehlung ein, das Kriterium anders zu setzen, nämlich "was ist am nützlichsten?" (s. Post davor)

    so genug für heute
     
  7. Matrus

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    Von diesem Kriterium bin ich anfangs auch ausgegangen. Egal, ob wir Realität erkennen, tatsache ist, dass es das Einzige ist, woruf man sich vernünftiger Weise beziehen kann, wenn man überleben oder gar gewisse Ziele erreichen will.
    Darum finde ich einen Glauben an die Wahrhaftigkeit der Realität auch überflüssig, genau so wie ein Glauben an die Unbeweisbarkeit der Realität. Ich beachte, was nutzt und was schadet, im bezug darauf, was ich wahrnehmen kann, wobei im Gegensatz zu religiösem Glauben kein Bezug zu Wahrnehmbarem steht.
    Ob da nun eine Dönerbude oder ein Supermarkt tatsächlich existiert, ist eben irrelevant. Relevant ist, welche Beziehung diese Einrichtungen auf das von mir Wahrgenommene haben.
    Ich kann also sehr wohl ohne Glauben leben, denn ich handle und denke nicht mit der Absicht Geltung in der tatsächlichen Realität zu haben, sondern nur in der, die ich wahrnehme.
     
  8. #8 eingast, 21.12.2005
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    eingast Neuer Benutzer

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    das mag ich einsehn, dass du also die realität, die dir deine sinne suggerieren, so zweifelhaft sie auch sein mag, akzeptierst und versuchst, dich in ihr zurechtzufinden. Das ist überhaupt die erste prämisse des Lebens. Das aber, was dir deine Sinne direkt suggerieren, ist die Realität 1. Ordnung (also die OHNE interpretation). Auf diese bezieht sich weder die Religion noch die Wissenschaft. Aber eine gewisse Kausalität interpretiert jeder Mensch in die Welt, die sich ihm darbietet. Er analysiert, reflektiert, kommt zu verschiedenen Schlüssen und passt sein Verhalten daran an. Auch das ist ein notwendiger Schritt, aber er verlässt die Welt der direkten Wahrnehmung bzw Realität 1. Ordnung. Zu welchen unterschiedlichen Schlüssen Menschen kommen und sich dementsprechend unterschiedlich verhalten, kann man besonders gut sehen, wenn man soziale Situationen beobachtet, hier scheint jeder seine eigene Theorie zu haben, wie man am besten handelt. Beobachtet man weiter, scheint sich der Schluss aufzudrängen, dass diese Interpretation (2. Ordnung) sogar die Wahrnehmung (1. Ordnung) beeinflusst. Es ist ja bekannt, dass der Mensch nicht alle einflüsse um sich herum wahrnehmen kann und daher selektieren muss, welche wichtig sind und welche nicht, und das Kriterium hierfür wieder muss logischerweise die 2.Ordnung liefern.
    Demnach ist es also schlicht NICHT MÖGLICH, keinen Glauben zu haben (wie gesagt, Glaube nicht nur im Sinne religiösen Glaubens, sondern im Glaube als annahme der Realität 2. Ordnung), ferner ist es auch nicht sinnvoll (wie sollte ich mein Handeln beurteilen ohne den Glauben an Kausalität, wie sollte ich ein glückliches Gesicht erkennen, ohne den Gesichtsausdruck zu interpretieren?).

    Im Grunde will ich dir (und mir) nur darlegen, dass du (und ich) an irgend etwas glauben (woran auch immer und wie sinnvoll das nun auch sein mag...). Ich hoffe das ist mir gelungen.
     
  9. Matrus

    Matrus Benutzer

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    Ich versteh ja, was du sagen willst. Mir ist nur unklar, wie etwas als Glaube bezeichnet werden kann, wenn es (seine Existenz) bezweifelt wird. Ich zweifle ja sogar daran, dass die Sicht, dass alles anzuzweifeln ist, das "Wahre" ist. Was ich wahrnehme und wie dies in meinem Gehirn umgemodelt wird ist dabei noch ein zusätzlicher Grund zum Zweifeln. Denn es fehlt mir ja nicht nur der Beweis der Realität, sondern auch die fähigkeit diese korrekt wahrzunehmen.
    Solange ich keinen Beweis für irgend eine Realität habe, handle ich eben in der, die ich kenne, wobei ich feststelle, dass das Zweifeln in dieser Realität sehr nützlich ist, weil es ständig alle Optionen (z. B. der Entscheidungsfindung) offen lässt. Sobald ich mir ein festes Weltbild mache, woran ich dann auch glaube, verringert sich schon die Anzahl meiner Optionen drastisch, weil ich sie ignoriere.


    Vielleicht liegt aber die Ursache unserer Meinungsverschiedenheit auch in einem Unterschied des Begriffsverständnisses. Besonders im Bezug auf das Wort Glauben.
     
  10. #10 Jean Paul Marat, 27.12.2005
    Jean Paul Marat

    Jean Paul Marat Guest

    Hallo erstmal,

    Also in den Augen der Weltreligionen bin ich auch ein Atheist und verstehe dich sehr gut in deiner Fragestellung, da auch ich nach einer Antwort gesucht habe. Ob ich sie letzten Endes gefunden habe, ist eine andere Sache. Die Menschen sind immer auf der Suche.


    Wie erkläre Ich mir als Atheist, der ich in den Augen der Weltreligionen einer bin, das Phenomen Gott.

    Ich habe mich mal bei den verschiedenen esoterischen, mystischen und religiösen Vorstellungen umgesehen.
    Am besten, meiner Meinung nach, kann man das Phänomen Gott mit den 7 hermetischem Gesetzen erklären, denn sie sind allgültig für jetzt und immer.

    Vielleicht hast du von ihnen schonmal gehört, wenn nicht, ich liste sie dir gerne mal auf:

    Die hermetischen Gesetze nach Hermes Trismegistos, der dreifach Große

    1. Das Prinzip der Geistigkeit: „Das All ist Geist; das Universum ist geistig“
    2. Das Prinzip der Entsprechung: „Wie oben, so unten; wie unten, so oben“
    3. Das Prinzip der Schwingung: „Nichts ruht; alles bewegt sich; alles schwingt“
    4. Das Prinzip der Polarität: „Alles ist zweifach, alles ist Pole; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich und Ungleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur im Grad verschieden; Extreme begegnen einander; alle Wahrheiten sind nur Halb-Wahrheiten; alle Paradoxa können in Übereinstimmung gebracht werden.“
    5. Das Prinzip des Rhythmus: „Alles fließt; aus und ein; alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus“
    6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung: „Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschieht gesetzmäßig; Zufall ist nur ein Name für ein unerkanntes Gesetz, es gibt viele Pläne von Ursachen, aber nichts entgeht dem Gesetz“
    7. Das Prinzip des Geschlechts: „Geschlecht ist in allem; alles hat sein männliches und sein weibliches Prinzip in sich; Geschlecht offenbart sich auf allen Plänen.“

    Diese 7 Gesetze kann man auf alles x-beliebige anwenden. Probier es aus, spiel Szenarien durch, z.B. wenn du jemandem eine Ohrfeige gibts, dann gibt er sie dir natürlich zurück. So banal das klingt, das ist das 6. Gesetz, Ursache-Wirkung.

    Mit diesen 7 Gesetzen erkläre ich mir den Allgeist. Ich benutze den Namen Gott nicht, weil in seinem Namen schon zu viel Blut vergossen wurde.

    Wenn ich jedoch an eine "göttliche" Kraft glaube, fragst du dich vielleicht, wie kann ich dann ein Atheist sein?
    Nun, ich bin insofern in den Augen der Weltreligionen ein Atheist, als dass ich nicht deren Götter, sondern deren Institutionen anzweifel. Die katholische Kirche, die protestantische Kirche, die islamischen Glaubensführer, all diese Institutionen sind überflüssig, denn der Mensch braucht keinen Verbindungsman zu Gott.

    Und ganz ehrlich, wenn jemand ganz stolz behauptet, er sei der Nachfolger von Petrus, dem Apostel, der drei mal leugnete, dass er Jesus kenne, dann frage ich mich, ob man so einem vertrauen kann.
     
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