Kontrollstaat

Dieses Thema im Forum "Off-Topic" wurde erstellt von Jaulemann, 16.07.2009.

  1. #1 Jaulemann, 16.07.2009
    Jaulemann

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    Hier mal ein kleiner auszug aus einer meiner MeinVZ gruppen zum thema "Flashmob" in Braunschweig

    Finde das grenzt arg an kontrollstaat, aber lest selbst, eventuell könnt ihr aus eurer stadt über ähnliches berichten, besonders dreist finde ich den ausspruch die fläche einer stadt (in der Menschen leben) diene ausschliesslich dem verkehr von a nach b..... tststs
    zitat:

    ...."Wie schon in den letzten Jahren, habe ich auch in diesem ein drittes Picknick auf dem Schlossplatz geplant. Das Picknick war in den letzten Jahren ein Flashmob, bei dem sich bis zu 70 Menschen spontan zusammengefunden haben, um eine Stunde lang auf dem Schlossplatz mit Decke und Essen zu picknicken. Der Aufruf zum Picknick fand im Online-Netzwerk studiVZ statt.

    Kürzlich erhielt ich Besuch von einem jungen Mann mit rosa Hemd, der sich mir als Mitarbeiter vom Ordnungsamt vorstellte. Er informierte mich, dass er erstens eine Moderatorin der Flashmob-Gruppe ausgefragt habe, wer denn der Gruppengründer sei, dass er zweitens meine Adresse detektivisch über studiVZ, myspace und die Subway herausgefunden habe (ein Blick ins Telefonbuch, wo ich unter Lord Dirk Schadt stehe hätte auch genügt) und dass ich drittens einen Termin mit Herrn Paschen vom Ordnungsamt, Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit – zentraler Ordnungsdienst habe. Später wurde ich auch darüber informiert, dass meine studiVZ-Flashmob-Gruppe gemeldet wurde. Bei den Wörtern ‚aushorchen’, ‚ausspitzeln’ und ‚melden’ musste ich irgendwie an eine Behörde aus einem ehemaligen Nachbarland der BRD denken ...

    Beim Termin mit Herrn Paschen wurde mir dann folgendes mitgeteilt:
    1) Jegliche öffentliche Flashmobs in Braunschweig sind illegal und werden notfalls mit einer Allgemeinverfügung verboten und polizeilich aufgelöst.
    2) Auch der World Freeze Day, über den die Braunschweiger Zeitung sehr freundlich berichtet hat, werde zukünftig vom Ordnungsamt verboten, sofern sie rechtzeitig davon erfahren.
    3) Der öffentliche Raum in Braunschweig dient ausschließlich dem Verkehr, also dem Transfer von Wohnung a zu Wohnung b, von Wohnung a zu Geschäft b oder von Geschäft a zu Geschäft b.
    4) Ich habe die Aufgabe, öffentlich bekannt zu geben, dass am 8.8. von 16 bis 18 Uhr kein Picknick auf dem Schlossplatz stattfinden wird.

    Die Begründung für das Verbot lautet wie folgt:
    a) Öffentliches Eigentum ist durch das Picknick gefährdet. Auf meine Frage, was denn gefährdet sei, antwortete mir Herr Heidelberg vom Fachbereich Öffentliche Sicherheit, dass das Sandsteinpflaster vorm Schloss teuer sei. Die Frage, inwiefern dieses Pflaster, über das tagtäglich Tausende von Frauen in High-Heels stolzieren, durch samtene Decke von Picknickern gefährdet sei, wurde mir leider nicht beantwortet.
    b) Das Picknick könnte ähnlich wie eine Flashmob-Party auf Sylt ausarten und statt der erwarteten max. 100 Picknicker kommen mehr als 5 000 Personen, die kein friedliches nachmittägliches Flashmob-Picknick veranstalten, sondern eine wüste Orgie wie im Film „Das Parfüm“. Mit dieser Begründung lässt sich natürlich jeder Flashmob und jede Demo verbieten. Zehn leere Flaschen Wein könnten schnell zehn Mollis sein.
    c) Auch die Anmeldung einer Demonstration ähnlich wie bei der Love Parade wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am 8.8. keine Aussicht auf Erfolg haben.

    Aus diesem Grund ist mir wichtig, alle Braunschweiger Bürger darauf hinzuweisen, dass am 8.8. von 16 bis 18 Uhr KEIN Picknick auf dem Braunschweiger Schlossplatz stattfinden wird. Jeder Braunschweiger, der am 8.8. auf dem Schlossplatz eine Decke ausbreitet, Speis und Trank zu sich nimmt, mit Freunden plaudert, lacht, singt oder Tango tanzt, wird voraussichtlich mit Polizeigewalt daran gehindert.

    Es würde mich freuen, wenn diese Botschaft in Braunschweig durch Flugblätter, in Online-Foren, Email-Verteilern, in Zeitungen und auf Luftballons verbreitet wird, da ich vom Ordnungsamt aufgefordert wurde, die Veranstaltung umgehend und umfassend zu widerrufen. Vielen Dank für Eure liebe Unterstützung!"

    so, zitat ende- was meint ihr- findet ihr das in ordnung was das ordnungsamt da von sich gibt?
     
  2. #2 phdorpyj, 16.07.2009
    phdorpyj

    phdorpyj Erfahrener Benutzer

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    Hä? Picknick auf Pflastersteinen? Fahrt doch an See oda?
     
  3. LowBob

    LowBob Erfahrener Benutzer

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    ich weiß nicht was daran verkehrt ist, ihr hattet doch die absicht einen flashmob zu organisieren. soweit ich weiß ist das bilden einer großen menschen gruppe in der öffentlichkeit ohne offizielle anmeldung beim ordnungsamt schon immer verboten gewesen. so wie ich es in meiner jugend erlebt habe waren immer scheiss egal auf welchen partys unter 20 leuten mindesten 2 die irgendwas demoliert oder mit absicht beschädigt haben.

    ich würde empfehlen du lädst die alle zu dir nach hause ein wenn du denn ein privates grundstück zur verfügung hast.
     
  4. heinzl

    heinzl .

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    Genau, auf dein Privatgrundstück kannst du einladen, wen du willst, aber der Braunschweiger Schloßplatz zählt mit Sicherheit nicht dazu.
     
  5. #5 Jaulemann, 17.07.2009
    Jaulemann

    Jaulemann insgesamt zufrieden
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    Ich glaube ihr habt die aussage nicht ganz verstanden, aber das ist ja eure meinung also auch euer gutes recht etwas nicht zu verstehen, jeder wie er kann :)
    Nein, letztendendes geht es doch insbesondere um die sinngemäße aussage 'die stadtfläche dient ausschliesslich dem verkehr von a nach b- dies steht aber im widerspruch dazu das eine stadt auch lebensraum ist, also stätte der kultur und des zusammenlebens-es geht hier schließlich nicht um irgendwessen privatgrundstück ihr lieben sondern um öffentlichen raum. klar ist es eine unkalkulierbare geschichte, aber es garantiert uns das gg seit 1949 die versammlungsfreiheit, und letztendendes sehe ich hier eine unterwanderung dieses grundpfeilers dieser unseren demokratie unter dem vorsatz der annahme der größtmöglichen gefahr- die hier in speziell diesem fall absolut nicht gegeben ist. ein dazu analoges für euch vielleicht leichter zu verstehendes beispiel wäre: Klar kann man grundsätzlich alle wohnungen erstmal schön verwanzen, da kommen dann die verbildblödeten stammtisch-dummbürger und sagen 'ich habe nichts zu verbergen, sollen sie doch' aber die unantastbarkeit der wohnung ist nunmal im gg verankert. Sollen wir nun unter annahme eines generalverdachts unsere grundrechte aufgeben? zudem hat es doch drei jahre hintereinander friedlich geklappt! Hege da keine persönlichen ambitionen und habe mit dem ganzen auch nichts weiter zu tun als das ich zufällig auf diesem text stieß, aber wer sich ein wenig in der geschichte auskennt und weiß wie wertvoll eine so freiheitlich demokratische grundordnung ist die in der welt ihresgleichen sucht und für die soviel blut vergossen wurde der sollte angesichts einer solchen argumentation als denkender bürger stutzig werden....
     
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