Das Leid eines Einzelnen und das Leid von Vielen

Diskutiere Das Leid eines Einzelnen und das Leid von Vielen im Philosophie Forum Forum im Bereich Sport, Fun, Liebeskummer, Philosophie, Musik, Kin; Hi an alle Die Frage um die es geht: Ist das Leiden von tausend Menschen mehr Leiden als das eines einzelnen? Als Anregung dazu: Ist eine rote...

  1. #1 profalety, 19.05.2006
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    Hi an alle

    Die Frage um die es geht:
    Ist das Leiden von tausend Menschen mehr Leiden als das eines einzelnen?

    Als Anregung dazu:
    Ist eine rote Fläche von einem Quadratmeter röter als eine gleichfarbige Fläche von einem Quadratmeter.

    Bin gespannt auf die Antworten.
     
  2. Tailer

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    Kapier ich nicht, wenns gleichfarben ist, ist es doch gleichfarben!

    Oder wie hast du das gemeint?
     
  3. #3 profalety, 19.05.2006
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    so wie du es verstanden hast.
    natürlich hat die fläche die gleiche farbe.

    bei der 1.frage ist man schnell verleitet zusagen, dass das leid von einer größeren anzahl von menschen auch größeres leid sein muß.
    durch die 2.frage soll an diesem ansatz Kritik ausgelöst werden
     
  4. #4 P.Funker, 19.05.2006
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    ok dann will ich mal:

    wenn du dir den finger verbrennst tuts verdammt weh....verbrennst du dir den körper, verursacht das auch nur schmerzen...die sind nicht unbedingt größer sonder einfach langwieriger und dadurch intensiver....daher finde ich das das leid eines einzelnen menschen zwar auch Leid ist aber im vergleich zum leid einer riesen gruppe immer noch bescheiden...

    man kann das leid eines einzelnen menschen in kauf nehmen um das leid tausender zu lindern....nach der theorie das leid=leid ist egal wieviele es sind, ginge das nicht....

    so seh ich das mal ;)
     
  5. #5 LESTARDO, 24.05.2006
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    hier bin ich richtig profalety :p


    jo... genau deiner meinung p.funker

    bis auf eine sache:
    ähm...leid=leid ist schon wahr, aber die auswirkung ist meiner meinung nach entscheidender...
    denn wie gesagt ist die auswirkung des leids von 1000 menschen erheblich größer als die auswirkung des leid eines einzelnen...
    dass leid=leid ist... ist demnach meiner meinung nach definitiv richtig, aber aufgrund dieser tatsache, kann man, so glaube ich, keine gesellschaft aufbauen, da man sonst immer jeden einzelnen fragen muss, ob er unter irgendeinem gesetz leidet... mach das mal in deutschland bei rund 82 millionen menschen...

    ...greetz lestardo
     
  6. #6 mamamiamilan, 30.05.2006
    mamamiamilan

    mamamiamilan Guest

    Hallo alle zusammen,

    mir stellen sich gerade die Nackenhaare zu Berge.

    Sagt mir mal bitte, wer hat das Recht das Leid jedes Einzelnen zu messen???

    Und was ist für euch überhaupt Leid??? Es wäre sehr nett, wenn ihr mir das mal bitte definieren würdet!!

    Danke schon mal.

    LG
    mamamiamilan
     
  7. #7 profalety, 31.05.2006
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    Danke für deinen Post, ich hoffe er gibt einen Anstoß in die richtige Richtung.
    Ich bin auch der Meinung, dass man Leid wahrscheinlich nicht quantisieren kann und es sich deshalb einem direkten Vergleich entzieht.

    @lestardo
    die sache mit den auswirkungen hatten wir auch schon im anderen thread, will es trotzdem hier nochmal erwähnen, weil es hier eher passt.
    Wenn man vor ~80 Jahren einem jungen Burschen mit einem lustigen Schnäuzer sein Kunststudium ermöglicht hätte, wären die Folgen wesentlich größer gewesen, als wenn man 100 verhungernden Kindern in Südafrika geholfen hätte.

    Wobei ich nicht glaube, dass sein Leiden größer war als das der 100 Kinder. Leid und Folgen des Leides Auswirkungen hängen also nicht mit der Anzahl zusammen.
     
  8. #8 mamamiamilan, 31.05.2006
    mamamiamilan

    mamamiamilan Guest

    @profalety

    sei gegrüßt.

    Übrigens deine Diskussion mit Lestardo ist sehr interessant. Du hast eine sehr gute und präzise Argumentation! ;) :D

    Ich finde es einfach anmaßend, wenn man anfängt das Leid eines Menschens gegenüber die Anzahl mehrerer Menschen abzuwerten.
    Niemand hat das Recht zu urteilen, wer was und in welchem Masse jemand verdient hat oder auch nicht. Das steht uns nicht zu!

    LG
    mamamiamilan
     
  9. #9 P.Funker, 31.05.2006
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    der vergleich ist zwar verdammt gut...passt aber irgendwie nicht richtig...ich hätte damals auf jedenfall den 100 hungernden kindern geholfen, denn das leid von dem ösi war sicherlich in kauf zu nehmen....was du meinst ist eher das gesetz von aktion und reaktion...ne ganz andere liga und nach dem hätt ich mein geld auch für das kunststudium unseres lazarettveterans gegeben. das leid was daraus entsteht steht in keinem zusammenhang mit der tatsache das man eher in afrika brot verteilt als dafür zu sorgen dass jemand sein geliebtes studium antreten kann
     
  10. #10 LESTARDO, 31.05.2006
    LESTARDO

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    wiedermal dito P.Funker...

    das leid der 100 kinder ist doch erheblich größer!

    @profalety:
    das leid der 100 Kinder ist natürlich größer/ hat die größere Auswirkung... hätte man das geld für das studium eher für brot für die 100 Kinder gegeben, dann hätten diese Kinder überlebt und evtl eines dieser Kinder ein mittel gegen Krebs finden können (die chance ist größer als bei diesem einen typen der seine künsterlischen fähigkeiten verbessern will). die evtllen auswirkungen machen bei meiner theorie die entscheidung aus. mag sein, dass dieser typ ein super-künstler wird, aber dadurch ist nicht das leiden an krebs besiegt, welches doch ganz sicher durch die "Fläche in der Menschheit" erheblich größer ist, als das leiden dieses einen menschen, der sein studium nicht machen konnte, weil man eher in kinder investiert hat, als in seine zukunft...


    @mamamiamilan:
    ganz deiner meinung, aber würdest du nicht auch, wenn du dich entscheiden müsstest, dich für die 100 kinder entscheiden?



    Anderes beispiel, welches meiner meinung nach besser passt:

    stell/stellt dir/euch doch mal vor:
    ein mann hält euch eine pistole auf die brust und sagt:
    "entscheide dich... entweder stirbt ein mann ohne familie und freunde, den du aber kennst oder 100 Kinder in deutschland..."
    --->fazit: ihr würdet euch doch gewiss für die 100 Kinder entscheiden. denn:
    1. wäre das Leid der 100 Eltern und Verwandte viel schrecklicher als wenn ein mann sterben würde, der keine familie und freunde hat...
    2. wäre es auf dauer gesehen viel schlimmer für deutschland 100 Kinder zu verlieren, als einen mann... (wenn man es ganz rational betrachtet - das ist aber für mich nicht ausschlaggebend)
    3. wäre es für die gesellschaft nicht mit zu vereinbaren, wenn du dich für den einen mann entscheiden würdest, nur weil du ihn kennst, anstatt für die 100 Kinder, die doch noch das ganze leben vor sich haben... und das 100 mal!


    also könnt ihr mir sagen, wie ihr auf eine solche fragestellung (auch wenn sie fiktiv ist), antworten würdet???

    mfg LESTARDO
     
  11. #11 P.Funker, 31.05.2006
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    eben....es ist zwar grausam ausgdrückt aber es stimmt nunmal....es geht mir auch nicht so sehr um die tatsache dass man leid nicht auf ner richterskala messen kann und leid für mich auch leid ist....aber man muss halt differenzieren zwischen der tatsache dass einer alleine zwar auch höllenqualen leidet aber das leiden einer ganzen gruppe oder nation oder sogar generation sicherlich weniger in kauf zu nehmen ist im vergleich.
     
  12. #12 LESTARDO, 31.05.2006
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    prozentual und ethisch-moralisch...
     
  13. #13 mamamiamilan, 31.05.2006
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    mamamiamilan Guest

    Hallo Lestardo,

    mit dieser Aussage wertest du für mich ein Menschenleben gegen 100 Menschenleben ab. Niemand sollte so eine Entscheidung fällen!!!!
    Das steht keinem zu über das Leben anderer, sei es auch nur einer, zu entscheiden!!!! Als Mensch hast du immer noch die Wahl und zu der Wahl gehört auch das Schweigen. Wer das Wort zur Tat gibt, macht sich mitschuldig und ist kein deut besser als der Täter. Jeder trägt Verantwortung gegenüber den anderen und über sich selbst und wird sich irgendwann vor Gott rechtfertigen müssen. Ganz ehrlich, ich würde eher mein Leben für den Mann und die 100 Kinder geben als mich für die eine oder andere Seite zu entscheiden!!!

    In diesem Sinne

    LG
    mamamiamilan

    PS: Denk noch mal nach!!!! ;)
     
  14. #14 profalety, 31.05.2006
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    der vergleich passt. er bezieht sich auf lestardos aussage:

    @lestardo
    dieser typ von dem ich geredet habe, war hitler. Es geht sich also nicht um Kunstfertigkeiten sondern um die Verhinderung des 2.Weltkriege. Die Auswirkungen wären also "erheblich" größer.


    Bzgl. der 100 Kinder. Es mag grausam klingen, aber das Leben meiner guten Freunde, bzw. meines Bruders ist mir wichtiger.

    Wenn ich zwischen einem Fremden und 100 Fremden entscheiden müsste, würde ich den 100 das Leid ersparen.
    Wobei diese Frage das Thema verfehlt. Weil wir ja Leid erstmal bemessen müssen.
    Wenn du sagst dass eine Person das Leiden X hat und eine Gruppe hat ebenfalls dasselbe Leiden X. Dann könnte man vll. sagen, dass 100x das Leiden X mehr ist als 1x das Leiden X.
    In der Praxis ist aber eben niemals ein Leiden gleich dem anderen, deswegen muss man z.B. 5x X mit 10x Y vergleichen und eben an dieser Stelle sind wir wieder bei dem ursprünglichen Problem.
     
  15. #15 P.Funker, 31.05.2006
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    Das steht keinem zu über das Leben anderer, sei es auch nur einer, zu entscheiden!!!!


    dann sind also ärzte, die notoperationen durchführen schlechte menschen weil sie einfach darüber entscheiden ohne zu wissen ob der patient dies will?

    @profately:

    mir ist 100%ig klar das man leid nicht bemessen kann....mir ist auch klar das jemand der leidet sicher genauso leidet wie die hundert menschen....aber der unterschied besteht für mich darin dass einer der nicht leidet nicht hundert leidende rechtfertigen kann....da gibt es einfach nen krassen unterschied zwischen einer einzigen gequälten seele und 100 gequälten seelen....
     
  16. #16 mamamiamilan, 31.05.2006
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    Würdest du dich also entscheiden und das Leben einfach so opfern??

    Echt bitter und traurig deine Meinung. :(

    LG
    mamamiamilan
     
  17. #17 P.Funker, 31.05.2006
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    einfach so opfern??? darum gehts nicht....aber der arzt hat in dem fall die gewalt über das menschenleben...und wenn der patient vorher versucht hat seinem leben ein ende zu setzen? wenn er nicht mehr leben will weil er schwer behindert ist oder sein geisteszustand extrem schlecht ist? warum hat der arzt dann das recht zu entscheiden dass er leben soll und ihn damit weiterleben zu lassen? ich wollte nur deiner aussage widersprechen und fetstellen das es leute gibt, die eben genau darüber gewalt haben und dementsprechend die patienten es oft auch nicht wollen

    ich würde sicher auch niemanden sterben lassen... so wars sicher nicht gemeint
     
  18. #18 mamamiamilan, 31.05.2006
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    Ah, jetzt verstehe ich deinen Gedankengang.... *grins*

    Ich behaupte einfach mal, jemand, der wirklich seinem Leben ein Ende setzen will, der schafft das auch und versucht jegliches Überlebensrisiko von vornherein auszuschalten.

    Sollte er trotz des Versuches überleben, so erkennt er vielleicht, dass seine Zeit noch nicht wahr und erblickt eventuell ein neues Ziel und einen neuen Sinn im Leben....

    Denke, da kann man jetzt unendlich spekulieren....

    LG
    mamamiamilan
     
  19. #19 P.Funker, 31.05.2006
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    eben!! ^^ das is ja grundvorraussetzung für die posts in diesem unterforum ^^
     
  20. #20 profalety, 31.05.2006
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    das war der kern meiner aussage. mehr wollt ich gar nicht behaupten.

    Würde ich vom Einzelfall abhängig machen, glaube aber dass ich dir in den meisten Fällen zustimmen würde.
     
Thema: Das Leid eines Einzelnen und das Leid von Vielen
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