DVD-ROM-Formate
Wie bei der CD wird der Begriff DVD-ROM oft im Sinne von "DVD mit Programmen oder Daten" im Unterschied zu Video-DVD oder Audio-DVD verwendet. Hier ist gemeint: in einem Preßwerk hergestellte DVD im Unterschied zu einer selbst gebrannten.
Die wichtigsten DVD-ROM-Formate sind:
DVD-5:
Layer je Seite 1; Seiten: 1; Speicherkapazität: 4,7 Mia Byte=4,37 GB
Nur eine Halbdisk enthält Daten, die andere ist ein leerer Dummy.
DVD-9:
Layer: 2; Seiten: 1; Kapazität: 8,5 Mia Byte=7,95 GB

Die beiden Layer werden von derselben Seite gelesen, dazu muß der Laser durch die erste Reflexionsschicht durchsehen können. Daher ist diese Schicht semireflektiv (nur teilweise reflektierend, halbtransparent).
DVD-10:
Layer: 1; Seiten: 2; Kapazität: 9,4 Mia Byte=8,74 GB
Die DVD muß zum Lesen der zweiten Seite umgedreht werden. Daher darf auch diese Seite keinen Aufdruck tragen.
DVD-18:
Layer: 2; Seiten: 2; Kapazität: 17 Mia Byte=15,9 GB
Auch hier muß die DVD zum Lesen der zweiten Seite umgedreht werden.
Die gelegentlich genannte DVD-14 ist eine Mischung aus DVD-5 und DVD-18, die eine Seite hat zwei Layer, die andere nur einen.
Die Kapazitätsangaben der Hersteller sind als Milliarden Byte (10^9) zu verstehen, auch wenn sie Gigabyte hinter die Zahl schreiben. Echte GB (2^30) sind etwa um den Faktor 1,074 größer.
Die DVD-9 wird (zumindest bei Sony DADC) aus zwei datentragenden Halbdisks, die mit durchsichtigem Kleber zusammengeklebt werden, hergestellt. Bei der DVD-18 wird bei jeder Halbdisk auf die halbtransparente Reflexionsschicht ein flüssiges Harz aufgetragen, in das die Daten des zweiten Layers gepresst werden. Wenn das Harz ausgehärtet ist, kommt die voll reflektierende Reflexionsschicht drauf. Wegen des vergleichsweise komplizierten Herstellungsprozesses wird die DVD-18 nur wenig erzeugt.
Neben der DVD mit 12 cm Durchmesser (auf die sich die obigen Angaben beziehen) gibt es wie bei der CD auch eine mit 8 cm Durchmesser. Die entsprechenden Formate der 8-cm-DVD heißen laut DVD Demystified: DVD-1, -2, -3, -4.
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Beschreibbare DVD
Auf der Polykarbonatschicht ist zur Orientierung für den Schreiblaser eine Rille (groove) eingepreßt (die dazwischenliegenden Erhöhungen heißen land). Der Groove verläuft - zumindest bei den mehrfach beschreibbaren Formaten - nicht gerade, sondern in einer Sinuskurve (wobble).
Eine Möglichkeit, zwei Schichten pro Seite zu schreiben (entsprechend der DVD-9), gibt es bei der beschreibbaren DVD nicht.
Hinsichtlich der Schreibgeschwindigkeit gibt es zwei Verfahren:
Constant Linear Velocity (CLV): Die unter dem Laser zurückgelegte Strecke pro Zeit ist konstant. Da der Umfang der Spirale nach außen zu größer wird, muß man die Umdrehungsgeschwindigkeit immer weiter verringern. Dieses Verfahren ermöglicht eine konstante Bitrate und eine bessere Ausnutzung der Datenkapazität (gleichbleibende Datendichte), braucht aber größere Zugriffszeiten, weil das Laufwerk dauernd abbremsen und beschleunigen muß. Geeignet für Multimediadatenströme.
Constant Angular Velocity (CAV): Die Anzahl der Umdrehungen/s ist konstant. Die Datendichte nimmt daher nach außen hin ab (d.h. schlechtere Ausnutzung der Datenkapazität) und die Bitrate wird geringer. Dafür hat dieses Verfahren deutlich bessere Zugriffszeiten. Geeignet für Computerdateien.
Eine Mischung aus beiden Verfahren ist Zoned CLV. Die DVD wird in Bereiche eingeteilt, innerhalb derer die Umdrehungsgeschwindigkeit konstant ist.
Wessen Format sich durchsetzt, der streift die Lizenzgebühren ein. Daher versucht immer wieder der eine oder andere große Mitstreiter im Markt, ein eigenes Format einzuführen. Aus diesem Grund und weil im DVD-Forum die Vertreter der Filmindustrie ohnehin nur wenig Interesse an der Entwicklung beschreibbarer DVDs haben, hat sich die sog. DVD+RW Alliance formiert. Das sind vor allem die Branchengrößen Sony, Hewlett-Packard, Philips und Ricoh. Die von der DVD+RW Alliance eingeführten Formate DVD+R und DVD+RW haben bisher nicht den Segen des DVD-Forums, daher befindet sich auf den entsprechenden Medien kein DVD-Logo.