AW: Howto: Datenrettungsprogramme
Die oben erwähnten Beiträge sind mitunter ja schon etwas älter, und die darin beschriebenen Windowsprogramme, bzw. Links veraltet oder gestorben. Daher hier ein kleiner Anfang für ein Update.
Tools zur Datenrettung gibt es so einige, allerdings sind die meisten die ich kenne nicht besonders narrensicher zu bedienen und man sollte wissen, wie Dateisysteme arbeiten. Wer bisher also zB noch nie Begriffe wie File Records oder Inode, Cluster oder Block gehört hat, sollte sich eher an die einfachere Programme halten. Man sollte eigentlich auch zuerst schnellstmöglich ein Abbild erstellen und dann mit diesem arbeiten (zB mit dc3dd/dcfldd). Die Orginalplatte rührt man dann nichtmehr an. Dann kann man sich zB mit Tools wie fls, ils, etc. ungestört ans Image wagen. Für viele ist das allerdings zuviel Aufwand und die erwähnten Tools sind alles andere als intuitiv zu bedienen. Daher empfehle ich eigentlich immer nur Testdisk/Photorec. Das liefert gute Ergebnisse und ist einfach zu bedienen. LinuxLivesystem und Testdisk/Photorec
Viele Livedistributionen haben bereits Testdisk an Bord, ansonsten kann man das Paket ja meist leicht nachinstallieren[1]. Sollte man keine LiveCD zuhause rumliegen haben, kann man zB die .iso der Distribution "Parted Magic" oder auch die etwas grössere SystemRescueCD[3] herunterladen, als .iso brennen, und davon dann booten. Auch andere LiveCDs sind natürlich denkbar, und werden die nächste zeit ergänzt.
Testdisk enthält das Tool Photorec[4] - die Bedienung von Photorec ist recht einfach, auch wenn man auf eine schick-bunte Oberfläche natürlich verzichten muss/darf, und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Testdisk/Photorec gibt es auch für Windows[5], da ich mich mit Windows nicht mehr befasse, beziehen sich meine Ausführungen daher auf die Linuxversion. Wenn man Testdisk (oder natürlich auch ein anderes Windows-Datenrettungsprogramm) unter Windows auf die Platte installiert, auf der sich auch die Daten befanden die man retten will, geht man Gefahr, genau damit diese Daten zu überschreiben. Daher ist der EInsatz eines Livesystems sowieso sinnvoller.
Um Photrec zu starten, tippt man in eine Rootkonsole "photorec" ein (wer hätte es gedacht). Nach dem start von Photorec wird zunächst nach dem Quellmedium und dem Partitionstyp gefragt. Wenn man nur bestimmte Dateien retten will, kann man noch einen Dateityp angeben. Das geht schneller, als alle Dateitypen rekonstruieren zu lassen.
Man sollte noch wissen, auf welchem Dateisystem die ursprüngliche Datei abgespeichert war. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Datenträger inzwischen ein anderes Dateisystem benutzt. Photorec kommt momentan mit Ext2/3, HFS+, FAT/NTFS sowie rudimentär mit ReiserFS klar.
Danach wählt man noch, ob nur der freie Speicherplatz gescannt werden soll. Bereits überschriebene Daten sind sowieso bestenfalls in Fragmenten wiederherstellbar und nur den freien Speicherplatz zu scannen geht schneller.
Jetzt noch ein Zielmedium angeben und los gehts... VIel Erfolg.
[1] "testdisk" findet sich zB in den Debian-Repos, aber auch bei vielen anderen Distributionen in den Paketquellen. Ansonsten kann man auch zB bei rpmseek bereits fertig geschnürte Pakete finden oder sich eben des Quellcodes auf der Webseite bedienen: http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk
[2] http://partedmagic.com/download.html
[3] http://www.sysresccd.org/Download
[4] http://www.cgsecurity.org/wiki/PhotoRec
[5] http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk_Download
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